Wie wäre es, eine Serie in Echtzeit zu drehen? Auf diese ungewöhnliche
und doch so naheliegende Idee kam Joel Surnow eines Morgens beim
Rasieren. Surnow denkt nach eigenem Bekunden gerne in Zahlen und
reflektierte gerade über die Zahl 22 (übliche Anzahl
von Folgen in einer Serien Staffel), als ihm der Gedanke kam, dass
man mit zwei Folgen mehr einen gesamten Tag in einer Staffel darstellen
könnte. Mit dieser Idee rief er seinen Freund Robert
Cochran
an. Dessen erste Reaktion war wenig begeistert: "Komm mir
nicht mit so was, es ist unmöglich, das umzusetzen." Doch
Surnow ließ nicht locker und war überzeugt von der Einzigartigkeit
dieses Konzeptes. Die beiden setzten sich zusammen und überlegten,
welcher Plot für ein solches Format plausibel wäre. Dabei
tauchten einige Probleme auf: Die Handlung müsste rechtfertigen,
dass die Charaktere 24 Stunden lang wach sind. Sie müssten
24 Stunden lang in Bewegung sein. Also kam nur ein Thriller in
Frage, der mit einem sehr persönlichen Ereignis verbunden
ist. Ein geplantes Attentat auf den Präsidenten der Vereinigten
Staaten erschien wie ein klassisches Thrillerthema, das die Anforderungen
des Formates erfüllen würde. "Aber das war nicht
genug – nicht persönlich genug und könnte langweilig
werden", erzählt Surnow über die Entwicklung des
Plots. Da beide Autoren Töchter im Teenageralter haben, dachten
sie sich
" Was ist, wenn deine Tochter ausreißt? Dann
schläft man garantiert nicht. Wenn man diese beiden Ereignisse
im Leben einer Person zusammenführt, wird diese Person nicht
müde und die Zuschauer hoffentlich auch nicht."
So stand also das Grundgerüst der Story, jetzt mussten
die beiden Autoren noch Fox davon überzeugen, die Serie
in Produktion zu geben. Cochran erinnert sich: "Das Network
war von Anfang an begeistert von dem Konzept. Sie ließen
uns das Script schreiben und danach den Piloten produzieren." Der
Sender war besorgt, ob es gelingen würde, so ein stringentes
Konzept als Serie durchzuziehen. Der Pilot überzeugte aber
die letzten Zweifler und Fox beschloss, die Serie zu produzieren.
Ein wichtiger Aspekt für den Erfolg von "24" ist
natürlich die hochwertige Umsetzung und die richtige Besetzung.
Mit dem Kinoregisseur Stephen Hopkins (UNDER SUSPICION, LOST
IN SPACE) konnte ein hochkarätiger und erfahrener Regisseur
für die ersten Folgen gewonnen werden, der für eine
höchst anspruchsvolle Umsetzung sorgte. Um die Echtzeit-Idee
optisch zu gestalten, setzte Hopkins Splitscreens ein. Zunächst
nahm er diese nur als Mittel, um die zahlreichen Telefonate optisch
umzusetzen, dann merkte er, dass sich diese Technik hervorragend
eignete, um
die vier Haupthandlungsstränge visuell zu verbinden.
Ein großes Produktionsteam und höchste technische
Standards sorgen ausserdem für einen außergewöhnlichen
Look und rasante Actionszenen.
Die Besetzung der Hauptrolle war
eine der wichtigsten Entscheidungen. Die Autoren hatten anfangs
keinen speziellen Schauspieler im
Sinn. Als jemand jedoch Kiefer Sutherland für die Rolle
des Jack Bauer vorschlug, waren sie sofort begeistert: "Es
gibt eine Menge guter Schauspieler, aber es gibt einen Unterschied
zwischen einem wirklich guten Schauspieler und einem, der eine
ganze Show tragen kann. Kiefer ist alles in einem. Er hat Charisma
und Ausstrahlung,
er ist ein verdammt guter Schauspieler und
er ist ein totaler Profi am Set."
Kiefer Sutherland, ein Fan von Serien wie "Emergency Room", "Ally
McBeal", "NYPD Blue" oder "The Sopranos" sagt über
seine Entscheidung, zum ersten Mal in
einer Serie mitzuspielen: "Der Unterschied zwischen Kino
und Fernsehen ist nicht mehr so groß wie er einmal war.
Ich schaute mir eine Menge Sendungen im Fernsehen an, viele waren
sehr viel besser als ich es mir vorgestellt hatte. Also dachte
ich, wenn mir jemand ein Format anbietet, das fantastisch und
einzigartig ist – ich wäre sicher daran interessiert." Sutherland
bekam das Script von "24" von Stephen Hopkins geschickt,
den er seit vielen Jahren gut kennt und bewundert. Die Serie
passte genau zu Sutherlands Vorstellungen und er zögerte
nicht, die Rolle anzunehmen.