Die Umsetzung der Echtzeit-Idee bedeutete
sehr viel Aufwand für die Produktion und vor allem für die Autoren, die
viel Kreativität aufbringen mussten, um die einzelnen Handlungsstränge
in der vorgegebenen Zeit ablaufen zu lassen. Teilweise war es
schwierig, vor allem bei der Überbrückung räumlicher
Distanzen, das Konzept einzuhalten. Sutherland
erinnert sich
an eine spezielle Szene. "Im Script stand, dass ich von
Santa Monica in ein Krankenhaus nach Downtown musste, das Ganze
in 12 Minuten. Ich sagte, unmöglich, egal wie schnell man
fährt, das ist nicht zu schaffen. Noch bevor ich den Satz
beenden konnte, landete ein Helikopter am Set – die Lösung
des Problems". Die konsequente Einhaltung des Konzepts hat
sich gelohnt. Sutherland beschreibt den
besonderen Effekt, den das Realtime Format auf die Zuschauer
hat: "Viele Menschen sagen mir, "24" zu schauen
sei so unglaublich nervenzerreißend, konstant tickt die
Uhr und die Zeit wird knapp. (...) Dieser permanente Zeitdruck
ist unglaublich effektiv für den Spannungsbogen."
Die Schauspieler fanden diese Art zu arbeiten sehr spannend,
auch wenn es besondere Anforderungen an sie stellte. Ein ungewöhnlicher
Aspekt war, dass sie so gut wie nie ihre Kostüme wechseln
mussten. Elisha Cuthbert verbringt z.B. die komplette erste Staffel
im gleichen T-Shirt. Die Newcomerin dazu: "Ich fühlte
mich wie ein Mitglied der Simpson Familie". Auch Leslie
Hope weist auf die besondere Arbeitsweise hin, die das Realtime
Format mit sich bringt: "Es ist manchmal schwierig, Szenen
zu spielen, die in
Wirklichkeit mehrere Tage oder gar Wochen
auseinander liegen, in der Serie jedoch nur Minuten später
stattfinden."
Die Schauspieler wurden während der Dreharbeiten noch vor
weitere Herausforderungen gestellt. Sie wussten nicht mehr als
zwei Folgen im Voraus, was mit ihren Charakteren passieren wird
und wie sich die Handlung entwickelt. "Das ist eine interessante
Art zu arbeiten, anders als beim Kino, wo man von Beginn an die
Handlung kennt, man muss offener bleiben, weil man nicht weiss,
wie es weitergeht," meint Kiefer Sutherland.
Die anderen
Schauspieler am Set sind begeistert von der Zusammenarbeit mit
Kiefer Sutherland. Joel Surnow beschreibt Kiefer als eine
Führungspersönlichkeit für die Leute am Set. "Kiefer
hat immer die Integrität der Serie im Auge und spornt durch
sein Vorbild die
anderen Schauspieler zu Höchstleistungen
an", so Sarah Clarke. "Er ist nicht nur sehr professionell
sondern auch ein sehr warmherziger und großzügiger
Mensch", sagt Schauspielkollege Dennis Haysbert. "Er
ist einer von den Menschen, bei dem sich alle freuen, wenn er
zum Set kommt".
Dennis Haysbert spielt den amerikanischen
Präsidentschaftsanwärter
David Palmer. Der renommierte Schauspieler begrüsste es
sehr, dass die Macher der Serie einen schwarzen Präsidentschaftskandidaten
ausgesucht haben. Kiefer Sutherland bemerkt dazu: "Ich glaube,
wenn man den Zuschauern etwas
im Fernsehen präsentiert,
werden sie mit der Idee vertrauter, dass eines Tages tatsächlich
ein
schwarzer Präsidentschaftskandidat möglich ist.
Das ist ein Teil der Story, der mir besonders gut gefällt."
Leslie Hope fasst die Stimmung bei den Dreharbeiten zusammen: "24" ist
eins der wenigen Projekte, bei dem sich die Begeisterung an der
Arbeit in den Reaktionen der Kritiker widerspiegelt". So
waren die Dreharbeiten zu dieser außergewöhnlichen
Serie für alle Beteiligten eine besondere Erfahrung, vor
allem, da keiner mit diesem überwältigenden Erfolg
bei Publikum und Kritik gerechnet hat. Die Serie läuft so
erfolgreich, dass im Sommer 2003 die Dreharbeiten für die
dritte Staffel beginnen.